Das Urheberrecht ist so eine Sache. Meist wird es von Rechteinhabern strapaziert, weil irgend ein Plagiator einfach so ein paar Inhalte klaut. Dank Suchmaschinen und diverser Spezialdienste wie Copyscape ist das auch kein Problem mehr, diese bösen Menschen ausfindig zu machen. Um es gleich vorweg zu nehmen, auch ich habe keine Lust, dass meine geistige Leistung ständig im Internet geklaut wird. Mittlerweile geht einigen Blogschreibern und sicherlich auch Lesern die ständige Diskussion um Raubkopien, Plagiaten und Contentklau auf die Nerven.

Während die Global Player oder alle die sich dazu zählen wollen, ihre Claims abstecken und rigoros gegen Contentplagiaten und -diebe vorgehen, gibt es eine kleine Schar von unermüdlichen Idealisten, die sich der Creative Commons verschrieben haben. Im Grunde ist die Creative Commons Lizenz für Texte, Bilder, Musik und Videos nichts anderes, als das, was die Open Source Lizenz für Software ist. Jeder darf es nutzen und weiterverbreiten, teilweise sogar verändern solange die Quelle oder der Urheber genannt wird. Klingt alles ganz wundervoll und ist es auch, wenn denn alle mitmachen würden.

Glücklicherweise konnte sich die Open-Source-Bewegung aus den Randbezirken des Softwaregeschäfts lösen und ist inzwischen für viele Unternehmen ein interessantes Geschäftsmodell geworden. Ohne Linux als das Open-Source-Paradebeispiel schlechthin hätte sich das Internet nie so rasant verbreitet. Doch ohne Global Player wie IBM wäre solch eine Erfolgsgeschichte vielleicht keine geworden.

Ähnlich ist es in anderen Bereichen des geistigen Eigentums. Es gibt deren Urheber und die Verwerter. Bestes Beispiel ist die Musik. Während die Musiker sich um ihren Sound kümmern und neue Lieder schreiben, vermarkten die Plattenfirmen diese Musik in Form von Konzerten, Live-Auftritten und CDs. Bei den Autoren und den Verlagen gibt es eine vergleichbare Konstellation. Selbst Radio und Fernsehen verfügt über Symbiosen mit denen schlußendlich alle Beteiligten profitieren.

Wie auf golem.de heute zu lesen ist, geht der NDR nun einen vorsichtigen Schritt in Richtung Creative Commons. Und damit endlich ein Big Player. Das gibt dieser Bewegung neuen Schwung. Allerdings hat die ganze Geschichte für mich einen faden Beigeschmack. Denn die öffentlich-rechtlichen Sender finanzieren sich durch Rundfunkgebühren, eine sinnvolle und wichtige Methode, um die Unabhängigkeit der Presse zu gewährleisten. Damit entfällt die Notwendigkeit des kommerziellen Erfolgs. Ich bin der Meinung, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten alle selbst produzierten Inhalte unter die Creative Commons stellen müssten, weil sie sich durch gesetzlich garantierte Gebühren finanzieren. Privatsender hingegen sind auf die kommerzielle Verwertung ihrer Inhalte angewiesen und müssen sich deshalb vor Contentklau schützen.

Wenn die öffentlich-rechtlichen Anstalten ihre Webauftritte schon mit Rundfunkgebühren bezahlen, dann sollten die Inhalte auch unter die Creative Commons gestellt werden.

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