Was ist eigentlich Web 2.0?
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Neulich fragte mich meine Freundin, „was ist eigentlich Web 2.0?“ Versuche mal einem Kind die Welt zu erklären. Das ist nicht einfach. Damit hier nicht der falsche Eindruck entsteht: meine Freundin ist kein Kind mehr und hat auch nicht wirklich ein kindliches Gemüt (obwohl … aber das ist eine andere Geschichte). Nein, meine Freundin ist Künstlerin und Künstler haben mitunter gemein, dass sie Computer und Technik allgemein ziemlich doof finden und ein Handy meist tatsächlich nur zum telefonieren benutzen (wozu auch sonst).
Mit technischen Erklärungen oder mit einem Referat über eine Community brauche ich erst gar nicht anzufangen. Also bediente ich mich der Technik, die bei Journalisten und Autoren recht beliebt ist, wenn es darum geht, komplizierte Sachverhalte verständlich zu erklären: der bildhafte Vergleich.
Stell dir mal vor, das Internet ist eine riesige Stadt. Da gibt es Geschäfte, Vergnügungsviertel, Kinos und sogar Wohnhäuser. Und die meisten Menschen in dieser Stadt sind Kinder, die sich hier austoben wollen (die Erwachsenen müssen schließlich arbeiten und haben nur am Wochenende Zeit). Also nichts wie hin in den Vergnügungspark, mit Achterbahn, Karussell und Geisterbahn. Es gibt nur einen Haken. Da steht einer am Eingang und will Geld dafür, wenn wir Kinder dort spielen wollen.
Klar, dass man sich das nicht unbegrenzt leisten kann. Das hatten auch viele der Vergnügungspark-Betreiber erkannt und wollten andere Möglichkeiten der Finanzierung schaffen, damit wir kostenlos mit der Achterbahn fahren konnten. Also haben sie riesige Reklametafel aufgestellt, so dass man die Achterbahn kaum noch sehen konnte. Es kam, wie es kommen musste, die Finanzierung ist geplatzt und viele Vergnügungsparks haben einfach die Tore geschlossen. Das war das Web 1.0.
Inzwischen sind diese alten Parks zum großen Teil abgerissen und der Platz wurde frei für etwas Anderes. Da kam eines Tages ein Mann auf die Idee (ich weiß nicht, ob es ein Mann war, aber er sitzt neben dem Eingang), einfach einen großen Platz zu umzäunen, ein paar Bretter, Hämmer, Nägel, Sägen, Zangen und anderes Werkzeug hinzulegen, am Eingang ein großes Schild aufzustellen und „Abenteuerspielplatz“ darauf zu schreiben. Er hat sich einfach auf einen Stuhl neben den Eingang gesetzt und gewartet. Hat natürlich nicht lange gedauert, da kam das erste Kind und fragte, ob es denn etwas kosten würde, hier zu spielen. Nein. Also fing es an, ein paar Bretter zu nehmen und eine Hütte zu bauen. Das nächste Kind kam, sah und staunte und baute dann auch an der Hütte mit. Es kamen immer mehr Kinder und von Tag zu Tag wuchs der Spielplatz und der Betreiber fing an, den Kindern Tipps zu geben und für die nötige Sicherheit zu sorgen. Schließlich sollen sich die Kinder ja nicht gegenseitig mit den Hämmern die Köpfe einschlagen oder die Hütte eines anderen Kinds zerstören.
Nachdem immer mehr Besucher kamen, auch mal Eltern, die einfach über den Spielplatz gingen und den Kindern zusahen, gab es ein Imbissbudenbesitzer, der den Spielplatzbetreiber fragte, ob er seine Bude auf den Spielplatz stellen dürfe. Klar, gegen eine monatliche Gebühr ist das kein Problem. Der Abenteuerspielplatz wächst und immer mehr Buden, Büros und Geschäfte bezahlen eine Gebühr, damit sie dort präsent sein dürfen, weil mittlerweile Millionen von Kindern täglich alleine oder in elterlicher Begleitung auf den Spielplatz kommen. Das ist das Web 2.0.
Der Betreiber stellt nur noch den Platz und ein wenig Zubehör und ein paar Werkzeuge bereit und lässt die Besucher alles selbst machen. Und es gibt immer genügend Unternehmen, die bereitwillig alles finanzieren, wenn nur möglichst viele Leute da sind, die mitmachen.
Jetzt weiß meine Freundin, dass Web 2.0 ein riesengroßer Abenteuerspielplatz ist.
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Hallo, ich bin Tom und arbeite seit über 25 Jahren als Redakteur. Meine Erfahrungen rund um das Texten im Internet und speziell das sogenannte Artikel Marketing möchte ich mit Ihnen in diesem Blog teilen. Meinungen, Fragen und Anregungen dürfen Sie sehr gerne hier hinterlassen.
Am 30. Oktober 2007 um 16:46 Uhr
[…] eine kleine Hommage an mein Buzzword des Tages Web2.0 - sehr witzig […]